Ein Knoten in der Brust? Schnell dreht sich das Sorgenkarussell: WÀchst da ein bösartiger Tumor? Zwar steckt lÀngst nicht hinter jeder VerÀnderung Krebs. Dennoch machen Frauen bei AuffÀlligkeiten lieber zeitnah einen Termin bei GynÀkologe oder GynÀkologin aus.
Denn wie bei jeder anderen Krebsart gilt auch hier: Je frĂŒher man einem bösartigen Tumor in der Brust auf die Spur gekommen ist, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Welche FrĂŒherkennungsangebote es gibt - und wie Frauen selbst aktiv werden können.Â
1. FrĂŒherkennung mit Tastuntersuchung und Mammografie
Zwei FrĂŒherkennungsuntersuchungen fĂŒr Brustkrebs werden von den gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernommen:Â
- Tastuntersuchung in der FrauenarztpraxisÂ
Frauen ab 30 Jahren haben Anspruch auf eine jĂ€hrliche Tastuntersuchung bei Frauenarzt oder FrauenĂ€rztin, heiĂt es von der Deutschen Krebshilfe. Dort sollen sie auch erfahren, wie sie ihre Brust selbst untersuchen können.Â
Gibt es AuffĂ€lligkeiten, werden sie mit weiteren Untersuchungen abgeklĂ€rt. Nicht immer bestĂ€tigt sich ein Tumor: Der Deutschen Krebshilfe zufolge kommt es bei der Tastuntersuchung hĂ€ufig zu falsch-positiven Befunden, die sich am Ende nicht als Krebs herausstellen.Â
- Mammografie-Screening-Programm
Frauen zwischen 50 und 75 Jahren bekommen zudem alle zwei Jahre eine Einladung fĂŒr einen Mammografie-Screening-Termin. Bei dieser Untersuchung werden Röntgenbilder der Brust angefertigt. DafĂŒr werden die BrĂŒste jeweils einzeln kurz zwischen zwei Platten zusammengedrĂŒckt. Zwei geschulte Ărzte werten die Bilder im Anschluss aus.Â
Laut der Deutschen Krebshilfe zeigen Studien, dass das Mammografie-Screening-Programm Brustkrebs im FrĂŒhstadium entdecken kann, was höhere Heilungschancen bedeutet. Die Teilnahme am Screening senkt zudem das Risiko, an Brustkrebs zu versterben.Â
2. Einmal im Monat selbst die Brust abtasten
ErgĂ€nzend zu den FrĂŒherkennungsuntersuchungen hilft regelmĂ€Ăiges Selbst-Abasten, um VerĂ€nderungen frĂŒh zu entdecken. Der Berufsverband der FrauenĂ€rztinnen und FrauenĂ€rzte (BVF) verrĂ€t, wie man vorgeht:Â
- FĂŒr gute LichtverhĂ€ltnisse sorgen und die Brust zunĂ€chst aufmerksam im Spiegel ansehen. Haben sich Form oder GröĂe verĂ€ndert? Verformt sich eine Brust anders als die andere, wenn ich einen Arm hebe?Â
- Auch die Haut genau anschauen: Zieht sie sich an einer Stelle nach innen? Gibt es Schwellungen oder erinnert das Aussehen an eine Orange? Schuppt sie?Â
- Abtasten: Bemerke ich neue oder ungewöhnliche VerhÀrtungen oder Knoten in der Brust, vielleicht sogar begleitet von Schmerzen? Auch die Achselhöhlen sollte man checken.
- Brustwarze checken: Tritt daraus eine FlĂŒssigkeit - ob blutig oder klar - aus, ist das eine AuffĂ€lligkeit.Â
Die Selbstuntersuchung nehmen Frauen sich am besten einmal im Monat vor. Ein Zeitfenster eignet sich dafĂŒr besonders gut, zumindest fĂŒr Frauen mit Regelblutung: Sie nehmen sich die Tastuntersuchung am besten zwischen dem 3. und 7. Tag nach Einsetzen der Periode vor, rĂ€t der BVF. Dann ist das DrĂŒsengewebe in der Brust am weichsten, VerhĂ€rtungen fallen besser auf.Â
Frauen ohne Regelblutung, etwa nach der Menopause, nehmen sich am besten einen festen Tag im Monat vor. Tipp: eine Erinnerung im Handy einstellen.Â
3. Bei Brustkrebs in der Familie: individuell beraten lassen
Das Alter an sich, eine frĂŒhe erste Menstruation, eine spĂ€te Menopause, Ăbergewicht oder hĂ€ufiger Alkoholkonsum: All das erhöht das Risiko, eines Tages Brustkrebs zu bekommen. Auch die Genetik kann eine Rolle spielen: Etwa fĂŒnf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen gehen auf Mutationen in bestimmten Genen - BRCA 1 oder BRCA 2 - zurĂŒck, so die Deutsche Krebshilfe.Â
«Gibt es in der eigenen Familie viele Brustkrebserkrankungen oder einen Fall mit auffĂ€llig jungem Erkrankungsalter, kann das ein Hinweis darauf sein, dass man selbst eine Mutation in einem Risikogen fĂŒr Brustkrebs in sich trĂ€gt», sagt Prof. Rita Schmutzler, PrĂ€sidentin der Deutschen Krebshilfe. Dann ist sinnvoll, sich in einem Zentrum fĂŒr familiĂ€ren Brustkrebs beraten - und gegebenenfalls auf so eine Mutation hin testen - zu lassen.



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