Viele Frauen dĂŒrften das kennen: Nach dem Sex steigt ihnen aus dem Schritt ein intensiverer Geruch entgegen. Die ErklĂ€rung: Sperma wirkt basisch und kann den pH-Wert des sauren Scheidenmilieus fĂŒr kurze Zeit verschieben - mit Auswirkungen auf den Geruch.
Dass sich der Intimgeruch bei Frauen vorĂŒbergehend verstĂ€rkt, ist ganz normal - und muss Frauen nicht zwangslĂ€ufig Sorge bereiten. Auch die Menstruation, enge Kleidung oder Schwitzen können sich auf den Geruch auswirken, so die FrauenĂ€rztin Stephanie Eder. «Entscheidend ist, ob der Geruch zu dem ĂŒblichen Muster der Frau passt», sagt die Expertin des Berufsverbandes der FrauenĂ€rztinnen und FrauenĂ€rzte (BVF).Â
Entscheidend ist das ĂŒbliche MusterÂ
Aber was genau riecht da eigentlich? Da ist zum einen das Vaginalsekret, das den Intimbereich befeuchtet und schĂŒtzt. Dieses Sekret setzt sich aus verschiedenen KörperflĂŒssigkeiten zusammen, die unter anderem Vaginalschleimhaut und DrĂŒsen des GebĂ€rmutterhalses abgeben. Dazu kommen Sekrete aus dem Ă€uĂeren Genitalbereich.Â
Hinzu kommt die Vaginalflora - also die Mikroorganismen, die die Scheide von Natur aus besiedeln. Dieses ganz individuelle Zusammenspiel aus Vaginalsekret und Vaginalflora bestimmt, wie es im Schritt riecht. «Der Geruch variiert individuell und wird etwa durch das Alter, den Hormonstatus, die Zyklusphase oder auch eine Schwangerschaft beeinflusst», sagt Stephanie Eder.Â
Wenn die Vaginalflora aus dem Takt gerĂ€tÂ
VerĂ€ndert sich der Geruch stark oder kommt einem auf einmal unangenehm - beispielsweise fischig oder faulig - vor, sollten Frauen das der Expertin zufolge ernst nehmen. Also: ab in die Frauenarztpraxis und abklĂ€ren lassen.Â
Das gilt noch einmal mehr, wenn der auffĂ€llige Geruch weitere Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Rötungen, Schmerzen, Fieber oder einen auffĂ€lligen Ausfluss im GepĂ€ck hat.Â
Dahinter kann zum Beispiel eine bakterielle Vaginose stecken. Die «guten» MilchsĂ€urebakterien der Vaginalflora werden dann von anderen Bakterien verdrĂ€ngt. Behandeln lĂ€sst sich eine bakterielle Vaginose mit Antibiotika.Â
Reinigung: Weniger ist mehrÂ
Was tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Bei der Reinigung und Pflege lautet das Motto: Weniger ist mehr. Eine Vagina muss nicht wie ein StrauĂ Rosen riechen.Â
ParfĂŒmierte Seifen und Duschgels, innere Vaginalduschen, Intimdeos - all das sparen sich Frauen im Intimbereich lieber. «Die Vagina ist selbstreinigend», sagt GynĂ€kologin Eder. Somit reicht es völlig aus, den Ă€uĂeren Teil des Geschlechtsorgans mit Wasser und «maximal einer milden, unparfĂŒmierten Seife» zu reinigen.
Frauen mit einer empfindlichen Vaginalflora rÀt Stephanie Eder dazu, auf Slipeinlagen, Strings und einengende UnterwÀsche lieber zu verzichten. Sie schaffen ein feuchtwarmes Klima, in dem sich Bakterien vermehren können, die nicht unbedingt hilfreich sein.



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